Emsbürener Schüler erhalten „Kompetenznachweis Kultur“

Jugendliche haben mehr Fähigkeiten, als bloße Schulnoten ihnen bescheinigen. Das gilt auch für den 15-jährigen Hendrik Fritzen und seinen ein Jahr älteren Mitschüler Bastian Bünker aus Emsbüren. Sie haben für ihr vielfältiges Engagement und ihr fundiertes Wissen in der angewandten Ton- beziehungsweise Lichttechnik den europaweit anerkannten Bildungspass „Kompetenznachweis Kultur“ der Bundesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) erhalten.

„Ob auf den Emsbürener Musiktagen, bei Darbietungen des Kulturkreises oder Auftritten von Lius Theatercrew: Bastian und Hendrik beweisen nachhaltig Selbstinitiative. Wenn Probleme auftauchen, suchen und finden sie immer Lösungen und geben ihr komplexes Wissen nachvollziehbar an jüngere Schüler weiter. So ein Kompetenznachweis macht auch bei jedem potenziellen Arbeitgeber Eindruck“, äußerte Manfred Hachmer, Musiklehrer an der Liudger-Realschule Emsbüren, seinen Respekt vor den beiden Zehntklässlern. Manfred Hachmer hat eine Fortbildung zum „Kompetenznachweis Kultur“-Berater bei der BKJ durchlaufen.

50 Stunden der Beobachtung

Im Rahmen dieser Qualifizierung hat er Bastian und Hendrik in ihrer Leitungsverantwortung innerhalb der Tontechnik AG der Liudger-Realschule begleitet und ihre individuellen Stärken und Kompetenzen über mehr als 50 Stunden der Beobachtung genau definiert. So bescheinigt der Fachbereichsleiter für musisch-kulturelle Bildung beiden Schülern ein hohes Maß an Selbststeuerungsfähigkeit, eine ausgeprägte Problemlösungs- und Organisationsfähigkeit sowie eine außerordentliche Fähigkeit zur Kooperation und zum kontextuellen Denken. Doch auch die Jugendlichen selbst haben in dieser Zeit Buch geführt und ihre Stärken selbst evaluiert.

Ton- und Lichterlebnisse

So sorgt der 15-jährige Hendrik nicht nur für den guten Ton beim Kulturkreis Kirchspiel Emsbüren, sondern auch in seiner Schule. Er steuert beispielsweise Moderationen aus, sorgt für klangvolle Raumerlebnisse oder koordiniert die reibungslose Kommunikation zwischen Regie, Schauspielern, Technikern und Helferteam. Da die Tontechnik-Arbeitsgemeinschaft auch die Verantwortung für die Bühnenbeleuchtung trägt, setzt der 16-jährige Bastian nicht nur jede Szene ins rechte Licht. Er hat unter anderem auch Aufbau und Einstellungen der neuen Lichtanlage selbst in die Hand genommen und eine Bedienungsanleitung dafür erstellt, denn als Mitglied der Schulband weiß er genau, worauf es bei einem perfekten Auftritt ankommt.

Organisationstalent gefragt

Auf dem besten Wege, den „Kompetenznachweis Kultur“ zu erlangen, sind Lena Mess (12) und Cornelia Hahn (16) aus Emsbüren sowie Amke Wiesner (18) aus Salzbergen. Die drei jungen Damen spielen alles von Klassik bis Pop im Emsbürener Orchester der Musikschule des Emslands unter der Leitung von Musiklehrerin Irene Heck-Hachmer, ebenfalls qualifiziert als „Kompetenznachweis Kultur“-Beraterin bei der BKJ. „Neben dem Instrumentenspiel zeichnen sich die Schülerinnen in besonderem Maße durch Ausdauer, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit und einen besonderen Sinn für das soziale Miteinander aus“, verwies Irene Heck-Hachmer darauf, dass die Jugendlichen jetzt nur noch ihr Organisationstalent beweisen müssen. Denn für ihr am 16. März 2018 stattfindendes Orchesterkonzert müssen die jungen Musikerinnen von der Programmzusammenstellung über die Einladung bis hin zur Raumakquise alles alleine händeln – um dann zu zeigen, wo die Musik spielt.

Ein Bericht von Anne Bremenkamp für die Lingener Tagespost.

Kompetenznachweis Kultur, Foto: Anne Bremenkamp
Bild: Den „Kompetenznachweis Kultur“ haben Bastian Bünker und Hendrik Fritzen (2. und 3. von links) von der Liudger-Realschule Emsbüren für ihr Engagement in der Licht- und Tontechnik erhalten. Mit ihnen freuen sich die Musiklehrer Irene Heck-Hachmer und Manfred Hachmer. Foto: Anne Bremenkamp

Bild: Den „Kompetenznachweis Kultur“ haben Bastian Bünker und Hendrik Fritzen (2. und 3. von links) von der Liudger-Realschule Emsbüren für ihr Engagement in der Licht- und Tontechnik erhalten. Mit ihnen freuen sich die Musiklehrer Irene Heck-Hachmer und Manfred Hachmer. Foto: Anne Bremenkamp