Emsbürener Karneval feiert närrisches Jubiläum

Tausende Freunde des Karnevals haben beim 33. Umzug der Karnevalsgesellschaft Kespel Emsbüren (KKE) gefeiert und die 74 Wagen und Fußgruppen bewundert.
„Vor 40 Jahren hat sich das Panikorchester gegründet, das dann auch den allerersten Umzug in Emsbüren veranstaltet hat“, blickte Hans Wintering, stellvertretender Geschäftsführer der KKE, auf die Anfänge zurück. Deshalb kämen die Tollitäten 2018, Herzog Andreas II. und Kumpan Michael I., auch aus den Reihen des Panikorchesters. Auf dessen Motivwagen prangte der Schriftzug: „Musik mit Herz und Dynamik ... 40 Jahre Panik.“

25-jähriges Bestehen feierten die Karnevalsfreunde Helschen (KFH), die das Dageblatt, das „Amtliche Bekanntmachungsblatt für den Emsbürener Karneval“, herausgaben. „Vermutlich sind die KFH viel älter. Die erste schriftliche Erwähnung wurde jetzt auf der Rückseite der Zehn-Gebote-Tafeln entdeckt“, vermeldeten sie eine historische Sensation.

Emojis statt Schulnoten

Mit aktuellen lokalen Themen beschäftigten sich mehrere Wagen. Das kleine Elbergen ärgerte den großen Nachbarn Emsbüren und stellte fest: „Elbergen hat das, was Emsbüren nicht hat: eine Bahnunterführung!“ Ob darüber in Emsbüren wirklich jeder lachen konnte, bleibt offen... Ein Pilotprojekt an allen Emsbürener Schulen startete eine weitere Gruppe auf ihrem Motivwagen: „Schulnoten werden durch Emojis ersetzt“, kündigte sie an. Die Listruper machten Werbung in eigener Sache und wiesen schon einmal auf das Mondscheinfestival am 4. August 2018 hin: „Listrup oder Wacken, hier lassen wir es richtig knacken“, lautete das Motto ihres Wagens.

Emsbüren ein „Gallisches Dorf an der Ems“

In Erinnerung schwelgten die Lünner: „Wer will ein ‚Dorf mit Zukunft‘ seh‘n, der sollte mal nach Lünne geh‘n“, schlugen sie angesichts ihres Sieges beim Wettbewerb „Dorf mit Zukunft 2017“ vor. Die Emsbürener Gruppe „Elche“ zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Juni 2017: „Gallisches Dorf an der Ems“ hatte die FAZ Emsbüren genannt und zeigten ihr Dorf eingekreist von den „Römerlagern Münster, Osna und Bremen“. „Die spinnen, die Städt‘ker“, erklärten die vielen Obelixe auf dem Wagen.

Ohne Frauen läuft im Karneval nichts

Auch von außerhalb der Gemeinde waren Karnevalisten nach Emsbüren gekommen. Die aus Schüttorf spielten auf die politische Situation in Berlin an: „Führungslos ins neue Jahr? Bei uns regiert ein Prinzenpaar“, machten die Schüttorfer deutlich, wer in der fünften Jahreszeit das Sagen hat. Der Karnevalsclub Alemannia Blanke aus Nordhorn verzückte das Publikum entlang des Zugweges mit den Darbietungen seiner Gardetänzerinnen. Doch was darf beim Karneval auf keinen Fall fehlen? „Ohne ‚Tollitätenfrauen‘ läuft keine Session – das wussten die Regenten in all den Jahren schon ...“, gaben sich die Damen mit Recht selbstbewusst.

Rathauschef kapituliert vor Sturm der Narren

Beim Sturm der Narren auf das Rathaus musste Bürgermeister Overberg auch dieses Jahr mal wieder kapitulieren. Zufrieden war er trotzdem: „Unser ausgereiftes Sicherheitssystem hat komplett gegriffen und es hat bis jetzt keine Vorfälle gegeben“, erklärte Overberg am frühen Montagabend. Dies hätten ihm die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz sowie Vertreter des emsländischen Jugendamtes versichert. „Ich hoffe, dass dies in den nächsten Stunden auch so bleibt“, sagte der Bürgermeister. Die Besucherzahl schätzte er auf 25.000.

Bild:  „Kespel Helau!“ hieß es wieder pünktlich um 15.11 Uhr beim Rosenmontagsumzug in Emsbüren. Fotos: André Havergo

Ein Bericht von Wilfried Roggendorf für die Lingener Tagespost. www.noz.de

Bild:  „Kespel Helau!“ hieß es wieder pünktlich um 15.11 Uhr beim Rosenmontagsumzug in Emsbüren. Fotos: André Havergo
Bild: „Kespel Helau!“ hieß es wieder pünktlich um 15.11 Uhr beim Rosenmontagsumzug in Emsbüren. Fotos: André Havergo