Noch gibt es Hoffnung für Erdbebenopfer - LT vom 19.01.2010
Rettungshunde aus Deutschland im einsatz auf Haiti
Udo van der Zee (46) aus Emsbüren gibt die Hoffnung nicht auf. „Solange die Chance besteht, auch nur einen Menschen lebend zu finden, bleiben unsere Rettungshundeführer mit den Tieren auf Haiti", sagt der hauptamtliche Organisationsleiter des Bundesverbandes Rettungshunde (BRH). Zusammen mit Thomas Himmeröder aus Hünxe ist der Emsländer im eiligst eingerichteten Informations- und Lagezentrum des BRH im niederrheinischen Hünxe tätig, um rund um die Uhr Kontakt zum 30-köpfigen International Search-and-Rescue-Team (I.S.A.R.) aus Deutschland zu halten, dem auch drei Rettungshundeführer des BRH angehören. Zusammen mit Notärzten, Rettungssanitätern und Berufsfeuerwehrleuten suchen sie seit Samstag im Zusammenwirken mit 1600 Helfern aus aller Welt und insgesamt 160 Hunden nach Überlebenden des Erdbebens. „Bislang konnten 73 Menschen aus den Trümmern gerettet werden", berichtet der Emsbürener. Die deutschen Helfer waren in Punta Cana in der Dominikanischen Republik gelandet und hatten den 450 Kilometer langen Weg bis zum Flughafen in Port-au-Prince per Lkw und Bus bewältigt. „Etwa 100 Kilometer vor der Hauptstadt sahen die deutschen Einsatzkräfte erste Zerstörungen, die immer schlimmer wurden, je näher sie an Port-au-Prince kamen", gibt van der Zee die Eindrücke der Helfer wieder. Deren Unterkunft befindet sich in einer für die internationalen Hilfsorganisationen eingerichteten Zeltstadt auf dem Flughafen, der von amerikanischen Soldaten bewacht wird. Ob er sich nicht um die aus NRW und Hessen stammenden Rettungshundeführer sorge? „Meine Kameraden sind nicht zum ersten Mal im Ausland im Einsatz und haben gelernt, ihre Kräfte einzuschätzen. Erst wenn sie wieder zu Hause sind, beginnen sie damit, das Geschehen zu verarbeiten. Damit lassen wir sie nicht allein", versichert van der Zee. Die Rettungshundeführer sollen Ende dieser Woche zurückkehren. „Rettungshunde sind ausschließlich darin ausgebildet, lebende Menschen aufzuspüren. Es bleibt nicht mehr viel Zeit."
zurück zur Übersicht